Mitgliederversammlung 2021, Abendvortrag und Exkursion

Liebe Mitglieder, sehr geehrte Damen und Herren,

hiermit lade ich Sie im Namen des Vorstandes fristgerecht und sehr herzlich zur diesjährigen Mitgliederversammlung unseres Vereins ein. Die Versammlung findet unter Beachtung der geltenden Corona-Regelungen am Freitag den 8. Oktober 2021 um 16.30 Uhr im Deutschen Historischen Institut (DHI) in Rom (Via Aurelia Antica, 391, Raum 104) statt.

Freitag 8. Oktober

16.30 Uhr: Mitgliederversammlung im DHI

18.00 Uhr: Öffentlicher Abendvortrag: „Pulvis Jesuiticus – Ein römisches Wundermittel gegen die Malaria-Pandemie des 17. Jahrhunderts“

In Zusammenarbeit mit dem DHI bietet unser Verein im Anschluss an die Mitgliederversammlung traditionell einen öffentlichen Abendvortrag im DHI ein, zu dem Sie herzlich eingeladen sind. Sollten Sie verhindert sein, können Sie den Vortrag auch im „Livestream“ verfolgen; die Zugangsdaten erhalten Sie nach Ihrer Anmeldung unter info-event@dhi-roma.it.

Dr. Michael Schulte, langjähriges Mitglied des Freundeskreises und im beruflichen Leben Senior Director Forschung Life Science bei Merck in Darmstadt, hat die gegenwärtige Pandemie auch dazu genutzt, sich intensiv mit der im Mittelmeerraum seit der Antike bekannten und gefürchteten Malaria zu beschäftigen, die seit dem Mittelalter immer wieder prominente Todesopfer forderte, so unter Kardinälen, Päpsten und deutschen Kaisern.

Den römischen Ärzten und Apothekern des 17. Jh. war die Notwendigkeit stets bewusst, neben vorbeugenden Maßnahmen gegen diese Krankheit auch eine wirkungsvolle Therapie zu entwickeln. Große Hoffnungen ruhten daher auf der Pflanzenwelt der neuentdeckten Erdteile, die durch die intensive Missions- und Sammlungstätigkeit der Jesuiten in der „Neuen Welt“ erforscht wurde. Die Entdeckung des Fieberrinden-Baumes (Cinchona sp.) und seines Inhaltsstoffes Chinin an den Westhängen der Anden ist eine der wundersamsten, spannendsten und weitreichendsten Entwicklungen dieser Aktivitäten. Der Einsatz des Fieberrinden-Pulvers in Malaria-Therapie wurde in den Jahren 1631 bis 1651 von rational beobachtenden und forschenden Ärzten und Apothekern in Rom entwickelt und führte zur weltweiten Verbreitung des Pulvis Jesuiticus.

Diese Entdeckung und der prophylaktische Einsatz von Chinin gegen die Malaria waren eine wesentliche Voraussetzung für die europäische Kolonisation in Afrika, Amerika und Asien. Aber auch die Entwicklung legendärer Getränke (wie etwa Gin Tonic) geht auf den Einsatz von Chinin als Tonikum zur Malaria-Prophylaxe zurück.

Samstag 9. Oktober

Exkursion: Das Pigneto und Pasolini – Geführter Spaziergang durch einen der einst berüchtigten borgate von Rom

Treffpunkt: 16.00 Uhr Piazza di Porta Maggiore (vor dem gleichnamigen Hotel https://www.shghotelportamaggiore.com/)

Entstanden zu Beginn des 20. Jahrhunderts, ist das Pigneto heute ein Viertel zwischen Chic und Schmutz. Gegründet wurde das quartiere, das bis heute seinen schlechten Ruf nicht ganz losgeworden ist, von süditalienischen Zuwanderern. In Teilen des Pigneto ist der dörfliche Charakter noch gut sichtbar, man erkennt die improvisierte Planung dieses Stadtteils.

Die italienischen Filmemacher entdeckten das Viertel früh – der Erste, der hier drehte, war niemand Geringerer als Roberto Rossellini! Die Schlüsselszene des berühmten neorealistischen Films „Roma città aperta“ (Rom, offene Stadt) wurde hier gedreht (Schlussszene: https://www.youtube.com/watch?v=-5MMIMKhJNs). Nach dieser Initialzündung folgten viele weitere Regisseure, darunter De Sica, Visconti, Germi – und natürlich Pier Paolo Pasolini. Sie alle schätzten diese Gegend, um sie als Hintergrund ihrer Dramen, die das einfache Volk, das Proletariat, zum Thema hatten, zu nutzen. Ideal waren die riesigen Palazzi, die unkultivierten Rasen, die von Bomben beschädigten Häuser, Baracken, aber auch die antiken Überreste von Mausoleen, Gräbern und Aquädukten, die sich hier finden.

Wir begeben uns unter anderem zum Filmset von „Una vita violenta“ (Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=KgxAqi0YEpY) des Regisseurs Paolo Heusch, der den Film 1962 nach einem Roman von Pasolini inszenierte. Auch der Film „La domenica della buona gente“ (Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=-8cCK1Sq6sA) von Anton Giulio Majano wurde 1953 im Viertel gedreht – mit der jungen Sophia Loren in einer ihrer ersten Hauptrollen! Mit „Accattone – Wer nie sein Brot mit Tränen aß“ (http://www.dailymotion.com/video/xxtv85_accatone_shortfilms) im Jahr 1961 begann Pasolini seine Zeit als Regisseur. Wir besichtigen den zentralen Drehort, die Via Fanfulla da Lodi im Pigneto-Viertel und die berühmte Necci-Bar, Pasolinis Stammlokal.

Wir beginnen diese ganz ungewöhnliche Exkursion mit einer Einführung auf der Piazza di Porta Maggiore, gehen dann – unterbrochen von einer kleinen Aperitif-Pause –zu Fuß Richtung Pigneto und beschließen den Rundgang durch das Viertel mit einem gemeinsamen Abendessen in der erwähnten Necci-Bar (https://www.necci1924.com/).

Die Veranstaltung wird freundlicherweise von unserem in Rom (bzw. im Pigneto) als Historikerin lebenden und arbeitenden Mitglied Frau Dr. Andrea Hindrichs (https://www.rom-entdecken.com/de/ihre-stadtfuehrerin) organisiert und geleitet (Beitrag € 20.- p. P.). Um die Organisation des Tages zu erleichtern, bitte ich Sie via E-Mail um eine verbindliche Anmeldung zur Exkursion und zum Abendessen bis spätestens 9. September; bitte auch (nochmals) von denjenigen, die sich bei mir bereits mündlich bzw. schriftlich angemeldet haben.

Mit freundlichen Grüßen
Ihr           

Dr. Eberhard J. Nikitsch, Vorsitzender

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