Mitgliederversammlung und Exkursion 2025

Am Freitag den 10. Oktober 2025 um 16:30 Uhr eröffnete der Vorsitzende Dr. Eberhard J. Nikitsch im Deutschen Historischen Institut in Rom (DHI) die jährlich stattfindende Mitgliederversammlung des Freundeskreises. Wie schon in den letzten beiden Jahren fand der vom Freundeskreis im Anschluss an die Mitgliederversammlung organisierte, wie immer öffentlich ausgerichtete Abendvortrag im kleinen Vortragsraum der Musikwissenschaftlichen Abteilung statt, der allerdings vor kurzem aufwendig restauriert worden war. Diejenigen Zuhörer, die dort keinen Platz mehr gefunden hatten, konnten den Vortrag per „livestream“ in Raum 104 des DHI (und weltweit) verfolgen.

Gegen 18:00 Uhr begrüßten Prof. Dr. Petra Terhoeven als Direktorin des DHI und Herr Nikitsch als Vorsitzender des Freundeskreises ein volles Haus mit weit über siebzig erschienenen Gästen zum Abendvortrag darunter die studentischen Teilnehmer des diesjährigen Romkurses. Prof. Dr. Sebastian Scholz (Universität Zürich) entführte die Zuhörer mit dem publikumswirksamen Titel : „Die Leichensynode im Jahr 897 gegen Papst Formosus. Ein toter Papst auf der Anklagebank und die Folgen“ mit der ihm eigenen Dynamik ins vermeintlich „Finstere Mittelalter“ und ließ anhand zeitgenössischer Quellen die Ursachen und Wirkungen dieses schon damals aufsehenerregenden Schauprozesses Revue passieren. Der Vortrag löste einen langanhaltenden Beifall aus und führte zu einer unerwartet ausgiebigen Diskussion, an der sich erfreulicherweise nicht nur die anwesenden, sondern auch die zugeschalteten Teilnehmer beteiligten. Ein üppiges Buffet im Foyer des Instituts bot weitere Gelegenheit zur Diskussion und bildete den angemessenen Abschluss dieser schönen Veranstaltung.

Am folgenden Tag trafen sich die Mitglieder des Freundeskreises in Begleitung des Referenten und einiger Gäste bei herrlich spätsommerlichem Wetter am Obelisken der Laterans-Basilika auf der Piazza di San Giovanni in Laterano. Die von unserem Mitglied Dr. Andrea Hindrichs (https://www.rom-entdecken.com/de/ihre-stadtfuehrerin) wie gewohnt perfekt organisierte Exkursion führte uns zunächst in die weitläufigen archäologischen Ausgrabungen unter die Lateransbasilika. Aufgrund einer von den vatikanischen Behörden erteilten Sondererlaubnis waren wir als Gruppe allein und unsere engagierte Führerin ließ an diesem ganz besonderen Ort wesentliche Aspekte der Geschichte Roms und des damit verbundenen frühen Christentums Revue an uns vorüberziehen. Dass die zu Unrecht ein wenig im Schatten des Petersdoms stehende Lateransbasilika, die als „Mutter und Haupt aller Kirchen der Stadt Rom und des Erdkreises“ über 1000 Jahre lang der Hauptsitz der christlichen Kirche war, letztlich auch über einem römischen Wohnhaus erbaut wurde, zeigten u. a. die noch sichtbaren, sehr beeindruckenden Wandmalereien. Das zugehörige, unter Kaiser Konstantin erbaute und später veränderte Baptisterium, das älteste Taufhaus der Christenheit, beeindruckte nicht nur durch seine grandiose Architektur, sondern erfreulicherweise auch durch zwei aktuelle, nach einander durchgeführte Taufzeremonien.

Der anschließende Besuch der „Scala Sancta“ mit der mittelalterlichen päpstlichen Privatkapelle „Sancta Sanctorum“, in der ehemals die Reliquiare mit den Häuptern von Petrus und Paulus aufbewahrt wurden und wo heute noch eine Malerei des thronenden Christus aus dem 5. Jh. zu sehen ist, bildete nur einen der Höhepunkte der diesjährigen Exkursion, die mit dem abschließenden Besuch der Lateransbasilika selbst ihren würdigen Abschluss fand. Angemessen beendet wurde der lange nachwirkende Ausflug jedoch mit einem ausgiebigen gemeinsamen Abendessen in einer benachbarten Osteria.

Mitgliederversammlung 2023 und Exkursion

Am Freitag den 7. Oktober um 16:30 Uhr eröffnete der Vorsitzende Dr. Eberhard J. Nikitsch die jährliche Mitgliederversammlung des Freundeskreises, die wieder im Deutschen Historischen Institut in Rom stattfinden konnte. Aufgrund einer vom Bundesamt für Bauwesen aus Sicherheitsgründen (Erdbebengefahr) bereits 2021 verfügten Schließung des großen Vortragsaals des Instituts musste der vom Freundeskreis im Anschluss an die Mitgliederversammlung organisierte, wie immer öffentlich ausgerichtete Abendvortrag in den kleinen Vortragsraum der Musikwissenschaftlichen Abteilung verlegt werden. Für die zahlreich erschienenen Gäste, darunter nahezu alle studentischen Teilnehmer des diesjährigen Romkurses, die keinen Platz gefunden hatten, konnte der Vortrag per „livestream“ in Raum 104 des DHI übertragen werden. Gegen 18 Uhr begrüßten Prof. Dr. Alexander Koller (in Vertretung des kurzfristig verhinderten Direktors des Instituts) und Herr Nikitsch als Vorsitzender des Freundeskreises die Zuhörer zum Abendvortrag, der von unserem in Rom lebenden und arbeitenden Mitglied Dr. Andrea Hindrichs (https://www.rom-entdecken.com/de/ihre-stadtfuehrerin) gehalten wurde. Die mit großem Sachverstand strukturierte und mit beeindruckendem Engagement gehaltene Rede bot einen tiefen Einblick in die Umsetzung kulturpolitischer Ziele unter Mussolini seit seinem Machtantritt bis zu seinem Sturz: Gab es eine einheitliche Kulturpolitik, welches waren ihre Institutionen, auf welchen Ideen basierte sie? Wie sollte Kulturpolitik im realen Faschismus aussehen? Der Vortrag löste einen langen, intensiven Beifall aus und die Referentin stand bei der anschließenden Diskussion ausgiebig Rede und Antwort. Ein reichhaltiges Buffet im Foyer des Instituts rundete diesen ausgesprochen schönen Nachmittag und Abend ab.

Der nächte Tag stand bei gewohnt strahlendem Sonnenschein im Zeichen der Exkursion des Freundeskreises in das von Mussolinis Architekten anlässlich der geplanten Weltausstellung 1942 konzipierte und erbaute Stadtviertel EUR (für Esposizione Universale di Roma („Weltausstellung Rom“), das den Kern einer modernen faschistischen Modellstadt bilden sollte. Gemeinsam mit Gästen aus Deutschland und Norwegen genossen die Mitglieder des Freundeskreises die wohldurchdachte Führung, die wiederum von Andrea Hindrichs in gewohnter Souveränität durchgeführt wurde. Vorbei am Museo della Civiltà Romana, am Zentralarchiv des Staates und am Kongreßpalast führte der Weg zum quadratischen Kolosseum (eigentlich Palazzo della Civiltà Italiana = Palast der italienischen Zivilisation) und – nach einem verdienten Aperitif im Cafe Palombini – abschließend zur Kirche St. Peter und Paul, die eigentlich als Begräbnisstätte für Mussolini vorgesehen war.

Mit einem gemeinsamen Abendessen in einer typisch römischen Osteria im Stadtviertel Monti ging auch dieser Tag zu Ende, der den Teilnehmern einen ungewöhnlichen Einblick in ein ganz anderes Rom geboten hatte.