Mitgliederversammlung und Exkursion 2025

Am Freitag den 10. Oktober 2025 um 16:30 Uhr eröffnete der Vorsitzende Dr. Eberhard J. Nikitsch im Deutschen Historischen Institut in Rom (DHI) die jährlich stattfindende Mitgliederversammlung des Freundeskreises. Wie schon in den letzten beiden Jahren fand der vom Freundeskreis im Anschluss an die Mitgliederversammlung organisierte, wie immer öffentlich ausgerichtete Abendvortrag im kleinen Vortragsraum der Musikwissenschaftlichen Abteilung statt, der allerdings vor kurzem aufwendig restauriert worden war. Diejenigen Zuhörer, die dort keinen Platz mehr gefunden hatten, konnten den Vortrag per „livestream“ in Raum 104 des DHI (und weltweit) verfolgen.

Gegen 18:00 Uhr begrüßten Prof. Dr. Petra Terhoeven als Direktorin des DHI und Herr Nikitsch als Vorsitzender des Freundeskreises ein volles Haus mit weit über siebzig erschienenen Gästen zum Abendvortrag darunter die studentischen Teilnehmer des diesjährigen Romkurses. Prof. Dr. Sebastian Scholz (Universität Zürich) entführte die Zuhörer mit dem publikumswirksamen Titel : „Die Leichensynode im Jahr 897 gegen Papst Formosus. Ein toter Papst auf der Anklagebank und die Folgen“ mit der ihm eigenen Dynamik ins vermeintlich „Finstere Mittelalter“ und ließ anhand zeitgenössischer Quellen die Ursachen und Wirkungen dieses schon damals aufsehenerregenden Schauprozesses Revue passieren. Der Vortrag löste einen langanhaltenden Beifall aus und führte zu einer unerwartet ausgiebigen Diskussion, an der sich erfreulicherweise nicht nur die anwesenden, sondern auch die zugeschalteten Teilnehmer beteiligten. Ein üppiges Buffet im Foyer des Instituts bot weitere Gelegenheit zur Diskussion und bildete den angemessenen Abschluss dieser schönen Veranstaltung.

Am folgenden Tag trafen sich die Mitglieder des Freundeskreises in Begleitung des Referenten und einiger Gäste bei herrlich spätsommerlichem Wetter am Obelisken der Laterans-Basilika auf der Piazza di San Giovanni in Laterano. Die von unserem Mitglied Dr. Andrea Hindrichs (https://www.rom-entdecken.com/de/ihre-stadtfuehrerin) wie gewohnt perfekt organisierte Exkursion führte uns zunächst in die weitläufigen archäologischen Ausgrabungen unter die Lateransbasilika. Aufgrund einer von den vatikanischen Behörden erteilten Sondererlaubnis waren wir als Gruppe allein und unsere engagierte Führerin ließ an diesem ganz besonderen Ort wesentliche Aspekte der Geschichte Roms und des damit verbundenen frühen Christentums Revue an uns vorüberziehen. Dass die zu Unrecht ein wenig im Schatten des Petersdoms stehende Lateransbasilika, die als „Mutter und Haupt aller Kirchen der Stadt Rom und des Erdkreises“ über 1000 Jahre lang der Hauptsitz der christlichen Kirche war, letztlich auch über einem römischen Wohnhaus erbaut wurde, zeigten u. a. die noch sichtbaren, sehr beeindruckenden Wandmalereien. Das zugehörige, unter Kaiser Konstantin erbaute und später veränderte Baptisterium, das älteste Taufhaus der Christenheit, beeindruckte nicht nur durch seine grandiose Architektur, sondern erfreulicherweise auch durch zwei aktuelle, nach einander durchgeführte Taufzeremonien.

Der anschließende Besuch der „Scala Sancta“ mit der mittelalterlichen päpstlichen Privatkapelle „Sancta Sanctorum“, in der ehemals die Reliquiare mit den Häuptern von Petrus und Paulus aufbewahrt wurden und wo heute noch eine Malerei des thronenden Christus aus dem 5. Jh. zu sehen ist, bildete nur einen der Höhepunkte der diesjährigen Exkursion, die mit dem abschließenden Besuch der Lateransbasilika selbst ihren würdigen Abschluss fand. Angemessen beendet wurde der lange nachwirkende Ausflug jedoch mit einem ausgiebigen gemeinsamen Abendessen in einer benachbarten Osteria.

Mitgliederversammlung und Exkursion 2025

Liebe Mitgliederinnen und Mitglieder, sehr geehrte Damen und Herren,

hiermit lade ich Sie – auch im Namen des Vorstandes – fristgerecht und wie immer sehr herzlich nach Rom zur diesjährigen Mitgliederversammlung unseres Vereins ein. Wie bereits angekündigt, findet die Versammlung in diesem Jahr am Freitag den 10. Oktober 2025 um 16:30 Uhr wieder an gewohnter Stelle statt, im Deutschen Historischen Institut (DHI) in Rom (Via Aurelia Antica, 391, Raum 104).

Freitag 10. Oktober

16:30 Uhr: Mitgliederversammlung im DHI

In Zusammenarbeit mit dem DHI bietet der Freundeskreis im Anschluss an die Mitgliederversammlung traditionell einen öffentlichen Abendvortrag mit anschließendem Empfang an, wozu Sie herzlich eingeladen sind.

Sollten Sie (auch mit Gästen) an dem Vortrag in Präsenz teilnehmen können bzw. ihn im „Livestream“ verfolgen wollen, möchte ich Sie höflich bitten, sich in beiden Fällen hier anzumelden: https://dhi-roma.it/index.php?id=vortraege&L=0.

18:00 Uhr: Öffentlicher Abendvortrag von Prof. Dr. Sebastian Scholz, Universität Zürich: „Die Leichensynode im Jahr 897 gegen Papst Formosus. Ein toter Papst auf der Anklagebank und die Folgen“.

Samstag 11. Oktober

Flyer

Im Jahr 891 wurde Formosus Papst, nachdem er vorher Bischof von Porto gewesen war. Die Rechtmäßigkeit seiner Papstwürde wurde zu Lebzeiten nicht bestritten. Doch ein Jahr nach seinem Tod 896 ließ sein Nachfolger Papst Stephan VI. die Leiche des Formosus aus dem Grab nehmen und inszenierte auf einer Synode in Rom 897 eine Gerichtssitzung gegen den Verstorbenen. Die Leiche des Formosus wurde in päpstliche Gewänder gehüllt, ein Diakon musste sie verteidigen. Formosus wurde angeklagt, gegen kirchliches Recht vom Bischofssitz Porto auf den römischen Bischofssitz gewechselt zu sein. Deshalb sei er niemals legitimer Papst gewesen. Alle seine Amtshandlungen wurden für ungültig erklärt, die Leiche verstümmelt und in den Tiber geworfen. Die „Leichensynode“ rief bei den Zeitgenossen Entsetzen hervor und führte zu einer hochpolitischen Debatte über die rechtmäßige Papsterhebung des Formosus, die unter anderem auch mit Inschriften geführt wurde. Der Vortrag wird den Prozess gegen Formosus und seine Hintergründe darlegen und einordnen.

Exkursion: Bekannter unbekannter Lateran |Treffpunkt: 15:00 Uhr, Obelisk Piazza di San Giovanni in Laterano

Die Exkursion wird freundlicherweise von unserem in Rom als Historikerin und Archäologin lebenden und arbeitenden Mitglied Frau Dr. Andrea Hindrichs (https://www.rom-entdecken.com/de/ihre-stadtfuehrerin) organisiert und geleitet. Sie schreibt:

„Unsere diesjährige Exkursion führt uns – angelehnt an den päpstlichen Jahresvortrag – zu den Ursprüngen des Christentums in Rom. Der Lateran, das Haupt und die Mutter aller Kirchen, war für mehr als 1000 Jahre der Hauptsitz der katholischen Kirche. Bis heute ist es die Bischofskirche von Rom, und zu dem Komplex gehört das älteste Taufhaus Europas sowie ein wichtiges Pilgerziel, die „scala santa“, die Heilige Stiege. Unsere Tour, die voraussichtlich noch einige zusätzliche spezielle Einblicke bieten wird, führt uns an den Ort, wo dereinst Kaiser Konstantin dem Christentum den Weg ebnete, der keine siebzig Jahre später in der Erklärung zur Staatsreligion mündete.“

Bericht Mitgliederversammlung und Exkursion Rom 2024

Am Freitag den 4. Oktober 2024 um 16:30 Uhr eröffnete der Vorsitzende Dr. Eberhard J. Nikitsch im Deutschen Historischen Institut in Rom die jährliche – und auch in diesem Jahr erfreulicherweise wieder sehr gut besuchte – Mitgliederversammlung des Freundeskreises. Wie schon in den letzten beiden Jahren musste der vom Freundeskreis im Anschluss an die Mitgliederversammlung organisierte, wie immer öffentlich ausgerichtete Abendvortrag aus bautechnischen Gründen in den kleinen Vortragsraum der Musikwissenschaftlichen Abteilung ausweichen. Für diejenigen Gäste, die dort keinen Platz mehr gefunden hatten, konnte der Vortrag per „livestream“ in Raum 104 des DHI (und weltweit) verfolgt werden.

Gegen 18:00 Uhr begrüßten Prof. Dr. Alexander Koller (in Vertretung der neuen Direktorin Frau Prof. Dr. Petra Terhoeven) und Herr Nikitsch als Vorsitzender des Freundeskreises die weit über siebzig erschienenen Zuhörenden darunter die studentischen Teilnehmenden des diesjährigen Romkurses zum Abendvortrag, der von Prof. Dr. Klaus Hallof (Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften) über das auf den ersten Blick etwas mysteriöse Thema „Humboldt in Rom und ein Kranz in Tegel“ gehalten wurde. Von der Wiesbadener Kabarettistin Corinna Freudig (https://www.corinna-freudig.de) mit einer geistreich gereimten Hommage an das ehemalige Humboldt-Schloß Tegel und seine Bewohner eingeleitet, entzündete der Referent um die Person Wilhelm von Humboldts (17671835) und seiner Familie ein wahres Feuerwerk an biographischen Begebenheiten, zeithistorischen Bezügen und Wissenschaftsgeschichte des 19. Jahrhunderts, das die Zuhörer in seinen Bann zog und keine Sekunde langweilte. Den Spuren Humboldts und seiner Familie in Berlin und Rom in den Jahren 18021808 folgend, entfaltete er u. a. am Beispiel des mit einer griechischen Inschrift versehenen Marmorkranzes, den Humboldt auf seinem Berliner Schreibtisch liegen hatte, die Verdienste Humboldts um die großen Editionsunternehmen der damaligen Preußischen Akademie der Wissenschaften, auch um das Editionsunternehmen „Inscriptiones Graecae, als deren wissenschaftlicher Leiter Herr Hallof jahrzehntelang fungierte. Der Vortrag löste einen ausgesprochen langen und intensiven Beifall aus. Ein reichhaltiges Buffet im Foyer des Instituts bildete den angemessenen Abschluss dieses noch lange nachwirkenden Abends.

Am nächsten Tag traf sich der Freundeskreis samt einigen Gästen bei zunächst ungewohnt regnerischem Wetter (und zudem etwas behindert durch eine unangekündigte Demonstration) bei dennoch bester Stimmung in Sichtweite der Cestius-Pyramide zur Führung durch den „Cimitero Acattolico“, den römischen Friedhof für die Nicht-Katholiken. Die Verbindung zum Vortrag vom Vortag ergab sich dadurch, dass dieser außergewöhnliche Friedhof letztlich dem Protestanten und damaligen preußischen Gesandten Wilhelm von Humboldt zu verdanken ist, dem es Anfang des 19. Jahrhunderts durch eine päpstliche Erlaubnis erstmals gestattet wurde, seine beiden in Rom verstorbenen Söhne dort christlich zu begraben. Diese und viele andere Aspekte dieser „wundervollen Ruheinsel“ vermittelte unsere Führerin und Mitglied Dr. Andrea Hindrichs (https://www.rom-entdecken.com/de/ihre-stadtfuehrerin) in gewohnter Souveränität und mit kenntnisreicher Liebe zum archäologischen, kunsthistorischen und historischen Detail. Zudem bietet das quirlige Stadtviertel Testaccio (der antike Scherbenhügel Roms) nicht nur den Acattolico, sondern auch die ganz realen antiken Scherbenreste der Amphoren, sozialen Wohnungsbau des 19. Jahrhunderts (auf italienische Weise) sowie moderne Kunst in Form von Street-Art. Dass neben allem anderen auch das Kulinarische nicht zu kurz kommt, davon konnten sich die Teilnehmenden beim obligatorischen aperitivo überzeugen, der als Grundlage zu einem stimmungsvollen Abendessen in einer kleinen Osteria diente.

Mitgliederversammlung 2023 und Exkursion

Am Freitag den 7. Oktober um 16:30 Uhr eröffnete der Vorsitzende Dr. Eberhard J. Nikitsch die jährliche Mitgliederversammlung des Freundeskreises, die wieder im Deutschen Historischen Institut in Rom stattfinden konnte. Aufgrund einer vom Bundesamt für Bauwesen aus Sicherheitsgründen (Erdbebengefahr) bereits 2021 verfügten Schließung des großen Vortragsaals des Instituts musste der vom Freundeskreis im Anschluss an die Mitgliederversammlung organisierte, wie immer öffentlich ausgerichtete Abendvortrag in den kleinen Vortragsraum der Musikwissenschaftlichen Abteilung verlegt werden. Für die zahlreich erschienenen Gäste, darunter nahezu alle studentischen Teilnehmer des diesjährigen Romkurses, die keinen Platz gefunden hatten, konnte der Vortrag per „livestream“ in Raum 104 des DHI übertragen werden. Gegen 18 Uhr begrüßten Prof. Dr. Alexander Koller (in Vertretung des kurzfristig verhinderten Direktors des Instituts) und Herr Nikitsch als Vorsitzender des Freundeskreises die Zuhörer zum Abendvortrag, der von unserem in Rom lebenden und arbeitenden Mitglied Dr. Andrea Hindrichs (https://www.rom-entdecken.com/de/ihre-stadtfuehrerin) gehalten wurde. Die mit großem Sachverstand strukturierte und mit beeindruckendem Engagement gehaltene Rede bot einen tiefen Einblick in die Umsetzung kulturpolitischer Ziele unter Mussolini seit seinem Machtantritt bis zu seinem Sturz: Gab es eine einheitliche Kulturpolitik, welches waren ihre Institutionen, auf welchen Ideen basierte sie? Wie sollte Kulturpolitik im realen Faschismus aussehen? Der Vortrag löste einen langen, intensiven Beifall aus und die Referentin stand bei der anschließenden Diskussion ausgiebig Rede und Antwort. Ein reichhaltiges Buffet im Foyer des Instituts rundete diesen ausgesprochen schönen Nachmittag und Abend ab.

Der nächte Tag stand bei gewohnt strahlendem Sonnenschein im Zeichen der Exkursion des Freundeskreises in das von Mussolinis Architekten anlässlich der geplanten Weltausstellung 1942 konzipierte und erbaute Stadtviertel EUR (für Esposizione Universale di Roma („Weltausstellung Rom“), das den Kern einer modernen faschistischen Modellstadt bilden sollte. Gemeinsam mit Gästen aus Deutschland und Norwegen genossen die Mitglieder des Freundeskreises die wohldurchdachte Führung, die wiederum von Andrea Hindrichs in gewohnter Souveränität durchgeführt wurde. Vorbei am Museo della Civiltà Romana, am Zentralarchiv des Staates und am Kongreßpalast führte der Weg zum quadratischen Kolosseum (eigentlich Palazzo della Civiltà Italiana = Palast der italienischen Zivilisation) und – nach einem verdienten Aperitif im Cafe Palombini – abschließend zur Kirche St. Peter und Paul, die eigentlich als Begräbnisstätte für Mussolini vorgesehen war.

Mit einem gemeinsamen Abendessen in einer typisch römischen Osteria im Stadtviertel Monti ging auch dieser Tag zu Ende, der den Teilnehmern einen ungewöhnlichen Einblick in ein ganz anderes Rom geboten hatte.

Mitgliederversammlung und Exkursion 2022

Am Freitag den 7. Oktober um 16.00 Uhr eröffnete der Vorsitzende Dr. Eberhard J. Nikitsch die jährliche Mitgliederversammlung des Freundeskreises des Deutschen Historischen Instituts (DHI), die in diesem Jahr aus gegebenem Anlass (s. u.) in der Bibliothek des Päpstlichen Instituts S. Maria dell’Anima stattfand.

Gegen 18.00 Uhr begann die feierliche Messe zu Ehren der hl. Hildegard in der bis auf den letzten Platz gefüllten Kirche der Anima mit dem beeindruckenden Einzug der zelebrierenden Priester. Darunter befanden sich nicht nur nahezu alle Mitglieder des Priesterkollegs der Anima mit ihrem Rektor Dr. Michael Max, sondern auch DDDr. Michael Weninger, Ehrenvorsitzender der St. Hildegard-Akademie, Dr. Thomas Löhr, Weihbischof von Limburg und als Hauptzelebrant Kardinal Prof. Dr. Walter Kasper, der in seiner Festpredigt das prophetische Vermächtnis der hl. Hildegard würdigte (https://www.vaticannews.va/de/kirche/news/2022-10/kardinal-kasper-hildegard-bild-des-lebendigen-gottes.html?utm_source=newsletter&utm_medium=email&utm_campaign=NewsletterVN-DE). Der ganz besondere Charakter dieser Messe wurde durch die von dem großartigen italienischen Ensemble InUnum (Elena Modena und Ilario Gregoletto) interpretierten, von Hildegard komponierten Lieder geprägt.

Im Anschluss an die Messe fand der vom Freundeskreis organisierte öffentliche Abendvortrag statt, ebenfalls in der Bibliothek des Päpstlichen Instituts S. Maria dell’Anima. Vor über einhundert erschienenen Gästen aus Gesellschaft, Wissenschaft und Kirche, die von Dr. Michael Max, DDDr. Michael Weninger und Dr. Eberhard J. Nikitsch herzlich begrüßt wurden, referierte Sr. Dr. Maura Zátonyi OSB, die Vorsitzende der St. Hildegard-Akademie, über „Die doppelte Bewunderung: Hildegard von Bingen und die Päpste“. Nach einer komprimierten biographischen Skizze zu Hildegards Leben ging sie in dem eigens für diese Veranstaltung verfassten Festvortrag einerseits auf das Verdienst Papst Benedikts XVI. hinsichtlich der Heiligsprechung Hildegards vor zehn Jahren ein, andererseits illustrierte sie auf der Grundlage der handschriftlichen Überlieferung der Papstbriefe das Verhältnis Hildegards zu den mittelalterlichen Päpsten. Als Grundlage ihrer Ausführungen dienten erste Ergebnisse ihrer Forschungen aus dem von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten Projekt „Buch der Briefe der Hildegard von Bingen. Genese – Struktur – Komposition“. Der Vortrag wird demnächst in der Zeitschrift Studien und Mitteilungen zur Geschichte des Benediktinerordens und seiner Zweige veröffentlicht. Die von Sr. Maura mit großem Engagement vorgetragenen neuen Erkenntnisse zu Hildegard lösten langanhaltenden Beifall aus und die Referentin konnte sich bei dem anschließenden, vom DHI und der Anima ausgerichteten Empfang in der Bibliothek über großes Interesse und zahlreiche Fragen freuen.

Am nächsten Tag fanden sich bei gewohnt strahlendem römischen Spätsommerwetter die Mitglieder des Freundeskreises gemeinsam mit zahlreichen Gästen aus der St. Hildegard-Akademie zur diesjährigen Exkursion ein, die zur Basilika San Paolo fuori le mura und dem Trappistenkloster Tre Fontane führte (s. u.). Da sich dazu weit über 30 Teilnehmer:innen angemeldet hatten stand diesmal ausnahmsweise ein Reisebus zur Verfügung, der den Transport bedeutend erleichterte. Organsiert und souverän geleitet wurde der Ausflug wie gewohnt von unserem Mitglied Dr. Andrea Hindrichs, die – gerade angesichts der zahlreichen geistlichen Teilnehmer – besonderen Wert auf die sorgfältig recherchierten religionsgeschichtlichen Hintergründe beider Standorte legte. Während die Pauls-Basilika Glanz und Macht der römisch-katholischen Kirche repräsentiert, vermittelt das abseits gelegene schlichte Trappistenkloster Tre Fontane eine ursprüngliche Spiritualität, die die Teilnehmer:innen beim Besuch der von vier Nonnen und sechs Mönchen gehaltenen Vesper spüren konnten.

Die Exkursion fand ihren gebührenden Ausklang beim gemeinsamen Abendessen in der Trattoria Fattoincasa, die zur Freude der Teilnehmer:innen ausschließlich hausgemachte römischen Spezialitäten bereit hielt. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass wir im Jahr 2022 ein außerordentliches Programm an besonderen Orten geboten haben, das der guten und vertrauensvollen Zusammenarbeit des Freundeskreises mit drei Institutionen zu verdanken ist: dem Deutschen Historischen Institut in Rom, dem päpstlichen Institut S. Maria dell’Anima und der St. Hildegard-Akademie Eibingen.

Mitgliederversammlung 2015

16Die gut besuchte Mitgliederversammlung des Jahres 2015 wurde am Freitag den 16. Oktober in den Räumen des DHI in Rom abgehalten. Neben den Berichten des Direktors des DHI und des Vorsitzenden des Vereins bestand der wichtigste Programmpunkt in der satzungsgemäß erforderlichen Neuwahl des Vorstandes. Als erster Vorsitzender wurde Dr. Eberhard J. Nikitsch in seinem Amt bestätigt, ebenso der Schatzmeister Dr. Stephan Kern; neugewählt als zweiter Vorsitzender wurde Dr. Kai-Michael Sprenger. Die Mitgliederversammlung des Jahres 2016 wird am Freitag den 7. Oktober um 16 Uhr im DHI stattfinden. Den anschließenden Abendvortrag wird Prof. Dr. Albrecht Beutel (Münster) halten; der Arbeitstitel lautet: „Italienische Reise-Erfahrungen protestantischer Gelehrter im 17. und 18. Jahrhundert“.

Den vom Freundeskreis in Zusammenarbeit dem Institut organisierten öffentlichen Abendvortrag hielt in diesem Jahr Prof. Dr. Norbert Miller zum Thema „Ferdinand Gregorovius: Ninfa – Landschaftpoesie und Geschichte“. Der ausgesprochen gut besuchte, wortgewaltige Vortrag gab anschließend zu intensiven Diskussionen Anlass, die sowohl während des vom DHI ausgerichteten Empfangs als auch bei Abendessen im Kreis der Mitglieder im Ristorante „Joseph“ im Beisein des Referenten leidenschaftlich fortgeführt werden konnten.

Am nächsten Tag fand unter der Leitung von Prof. Dr. Michael Matheus der lange geplante Ausflug nach Ninfa statt. Ergänzt um einige interessierte Gäste sowie um vier Stipendiatinnen des DHI nahmen weit über zwanzig Mitglieder an der Exkursion teil, die am Ziel von Pier Giacomo Sottoriva, dem Hausherrn und Präsidenten der Fondazione Caetani, und seiner Frau herzlich begrüßt wurden. In Abänderung des Programms stärkten sich die Teilnehmer nach der beeindruckenden Führung in einem nahegelegenen Landgasthof mit einem vorzüglichen Mittagessen, bevor mit dem Besuch der Zisterzienserabtei Fossa Nova ein weiterer Höhepunkt der Fahrt bevorstand. Mit einem (spontan) von Frau Prof. Dr. Elisabeth Zwick an seinem Sterbeort mit großer Leidenschaft vorgetragenen Kurzreferat über Thomas von Aquin und der anschließenden Rückfahrt nach Rom durch die abendliche Pontina endete dieser noch lange nachwirkende Tag.

 

Mitgliederversammlung 2014

 

Die ordentliche Mitgliederversammlung 2014 fand am 10. Oktober 2014 um 16.00 Uhr im DHI in Rom statt. Prof. Dr. Martin Baumeister war als Gast in der Sitzung anwesend. Im Anschluss lud der Verein erstmals zu einem öffentlichen Abendvortrag in Kooperation mit dem DHI ein. Mit Prof. Dr. Johannes Fried (Frankfurt/Main) konnte einer der profiliertesten Mediävisten als Referent gewonnen werden. Er hielt einen Vortrag zum Thema „Die Aktualität Karls des Großen“. Anschließend gab es im Foyer einen kleinen Empfang.

Bereits am Vormittag war für die Mitglieder des Freundeskreises ein Ausflug in den Vatikan geplant. Zunächst stand ein Besuch des Archivs der Dombauhütte von St. Peter auf dem Programm, das sich in einer der Seitenkuppeln des Petersdoms befindet und vielfältige Dokumente zur Baugeschichte birgt. Ein Spaziergang durch die Vatikanischen Gärten rundete den Vormittag ab. Matthias Giger zeigte bei einem Rundgang u.a. die Päpstliche Akademie der Wissenschaften und auch das Kloster Mater Ecclesiae, in das sich Papst em. Benedikt XVI. zurückgezogen hat. Hier einige Impressionen von der Mitgliederversammlung in Rom.

L´assemblea ordinaria dei soci si è tenuta del 2014 ha avuto luogo il 10 ottobre 2014 alle ore 16 presso l´Istituto Storico Germanico di Roma. Il Prof. Dr. Martin Baumeister ha presenziato alla riunione in qualità di ospite. Al termine di essa, l´associazione insieme all´Istituto Storico Germanico, ha invitato ad una conferenza pubblica, tenuta dal Prof. Dr. Johannes Fried (Francoforte sul Meno), uno dei più rinomati medievisti. Egli ha svolto una relazione sul tema „L´attualità di Carlo Magno.“ Al termine della relazione c´è stato un piccolo ricevimento nel foyer dell´Istituto.

Al mattino, per gli „Amici“ dell´Istituto, era prevista una gita in Vaticano. Al centro di essa vi era una visita dell´Archivio della Fabbrica di San Pietro, che è locato in una cappella laterale della basilica e conserva numerosi documenti sulla storia della sua costruzione. A rendere perfetto il pomeriggio vi è stata una passeggiata nei Giardini Vaticani, durante la quale Matthias Giger ha indicato tra le altre cose l´Accademia Papale delle Scienze e il chiostro Mater Ecclesiae dove papa Benedetto XVI si è ritirato. Qui alcune immagini dell´assemblea dei soci a Roma.