Mitgliederversammlung und Exkursion 2026

Liebe Mitgliederinnen und Mitglieder, sehr geehrte Damen und Herren,

hiermit lade ich Sie – auch im Namen des Vorstandes – fristgerecht und wie immer sehr
herzlich nach Rom zur diesjährigen Mitgliederversammlung unseres Vereins ein. Wie bereits per E-Mail vom 28. Juni angekündigt, findet die Versammlung in diesem Jahr am Freitag den 09. Oktober 2026 um 16:30 Uhr an gewohnter Stelle statt, im Deutschen Historischen Institut (DHI) in Rom (Via Aurelia Antica, 391, Raum 104).

Freitag 09. Oktober
16:30 Uhr: Mitgliederversammlung im DHI

In Zusammenarbeit mit dem DHI bietet der Freundeskreis im Anschluss an die
Mitgliederversammlung traditionell einen öffentlichen Abendvortrag mit anschließendem
Empfang an, wozu Sie herzlich eingeladen sind.

Flyer Abendvortrag

18:00 Uhr:
Öffentlicher Abendvortrag von Clemens M. M. Bayer, Bonn/Lüttich:

„Rom in Aachen“ – Zu den vielfältigen Zeugnissen der karolingischen Rom-Rezeption im Zentrum des fränkischen Reichs (Flyer anbei) Aachen wurde als römische Planstadt um 10 v. Chr. bei schon zuvor bekannten Thermalquellen gegründet. Auf diese Quellen und auf die zu ihrer Nutzung erbauten Bäder bezieht sich das Toponym „Aquae (Grani)“, aus dem sich „Aachen“ entwickelt hat. Gegen Ende des 3. Jahrhunderts erhielt der Ortskern eine starke Befestigung, das „Castrum“. Bis heute bestimmt das römische Straßennetz die Struktur der Innenstadt, aufgehendes Mauerwerk des Castrums, der Badeanlagen und teilweise sogar der römischen Wohnbebauung wurde bis ins 12. Jahrhundert (!) genutzt. In diesem römisch bestimmten architektonisch-urbanen Rahmen errichteten Karl der Große (✝814) und seine Nachfolger neue anspruchsvolle Großbauten wie vor allem die Marienkirche (die angebliche „Pfalzkapelle“) und den großen Königssaal. Für mehr als ein halbes Jahrhundert war Aachen dann das wichtigste politische Zentrum des westlichen Europas, Hauptschauplatz der „Karolingischen Erneuerung“, die eine weitgehende Umgestaltung der kulturellen, intellektuellen und administrativen Gegebenheiten mit sich brachte. Die Ottonen wandten sich im 10. und 11. Jahrhundert erneut der römisch-karolingischen Hinterlassenschaft in Aachen zu; Otto III. (✝1002) ließ durch Papst Gregor V. im Jahr 997 an der Marienkirche 14 Kardinalate einrichten (die bis zum Ende des Ancien Régime Bestand hatten). Der Vortrag stellt mit besonderer Rücksicht auf die verschiedenartigen römischen Aspekte die Geschichte Aachens bis ins 11. Jahrhundert dar und präsentiert die wichtigsten Artefakte, die als römische Spolien nach Aachen kamen oder dort nach römischen Vorbildern geschaffen wurden.


Sollten Sie an dem Vortrag in Präsenz teilnehmen können bzw. ihn im „Livestream“ verfolgen wollen, möchte ich Sie höflich bitten, sich in beiden Fällen hier
anzumelden:
https://event.dhi-roma.it/participant/create/b8e3c195-fadc-4f33-a219-1d20e441fb55.

Samstag 10. Oktober
Exkursion: Das Hospital Santo Spirito in Sassia, Treffpunkt: 15:00 Uhr, Bushaltestelle
Tiberseite (Lungotevere in Sassia, 1)

Ziel der Exkursion ist das in unmittelbarer Nähe des Vatikans gelegene Hospital Santo Spirito in Sassia, eines der ältesten Hospize in Rom. Es war eines der größten mittelalterlichen Krankenhäuser und eine bedeutende Forschungseinrichtung für die medizinischen Wissenschaften und die Pharmazie der frühen Neuzeit. Das Hospital gilt als eines der ältesten Krankenhäuser Europas und wurde zur Unterstützung der Armen, Kranken und ausgesetzten Säuglinge errichtet, wie das „Rad der Ausgesetzten“ noch heute vor dem Gebäude bezeugt. Der monumentale Komplex, der im Laufe der Jahrhunderte restauriert und erweitert wurde, besteht aus der gleichnamigen Kirche „Santo Spirito in Sassia“ mit einem Campanile aus der frühen Renaissance, dem „Conservatorio delle Zitelle“, dem „Palazzo del Commendatore“, der „Corsia Sistiana“, einem unter Papst Sixtus IV. errichteten Krankenhaussaal, der „Sala Alessandrina“, in der heute das „Museo Storico dell’Arte Sanitaria“ untergebracht ist, sowie aus mehreren Kreuzgängen, Brunnen und kleineren Nebengebäuden. Neben dem uns offiziell beigegebenen Führer wird uns (wie gewohnt) unser Mitglied Frau Dr. Andrea Hindrichs als lizenzierte römische guida fachkundig begleiten, unterstützt von Dr. Andreas Rehberg vom DHI, dem zweifellos besten Kenner der Geschichte des Hospitals.
Da wir für die Besichtigung der verschiedenen historischen Bereiche des Hospitals im Voraus unter Angabe der Anzahl und der Namen der Teilnehmer einen „time-slot“ buchen (und bezahlen) müssen, möchte ich diejenigen, die im Oktober zur Mitgliederversammlung nach Rom kommen und an der Exkursion teilnehmen wollen, noch einmal herzlich bitten, mir dies möglichst bald mitzuteilen (sofern dies noch nicht geschehen ist).

Mit freundlichen Grüßen
Ihr

Dr. Eberhard Nikitsch

Mitgliederversammlung und Exkursion 2025

Liebe Mitgliederinnen und Mitglieder, sehr geehrte Damen und Herren,

hiermit lade ich Sie – auch im Namen des Vorstandes – fristgerecht und wie immer sehr herzlich nach Rom zur diesjährigen Mitgliederversammlung unseres Vereins ein. Wie bereits angekündigt, findet die Versammlung in diesem Jahr am Freitag den 10. Oktober 2025 um 16:30 Uhr wieder an gewohnter Stelle statt, im Deutschen Historischen Institut (DHI) in Rom (Via Aurelia Antica, 391, Raum 104).

Freitag 10. Oktober

16:30 Uhr: Mitgliederversammlung im DHI

In Zusammenarbeit mit dem DHI bietet der Freundeskreis im Anschluss an die Mitgliederversammlung traditionell einen öffentlichen Abendvortrag mit anschließendem Empfang an, wozu Sie herzlich eingeladen sind.

Sollten Sie (auch mit Gästen) an dem Vortrag in Präsenz teilnehmen können bzw. ihn im „Livestream“ verfolgen wollen, möchte ich Sie höflich bitten, sich in beiden Fällen hier anzumelden: https://dhi-roma.it/index.php?id=vortraege&L=0.

18:00 Uhr: Öffentlicher Abendvortrag von Prof. Dr. Sebastian Scholz, Universität Zürich: „Die Leichensynode im Jahr 897 gegen Papst Formosus. Ein toter Papst auf der Anklagebank und die Folgen“.

Samstag 11. Oktober

Flyer

Im Jahr 891 wurde Formosus Papst, nachdem er vorher Bischof von Porto gewesen war. Die Rechtmäßigkeit seiner Papstwürde wurde zu Lebzeiten nicht bestritten. Doch ein Jahr nach seinem Tod 896 ließ sein Nachfolger Papst Stephan VI. die Leiche des Formosus aus dem Grab nehmen und inszenierte auf einer Synode in Rom 897 eine Gerichtssitzung gegen den Verstorbenen. Die Leiche des Formosus wurde in päpstliche Gewänder gehüllt, ein Diakon musste sie verteidigen. Formosus wurde angeklagt, gegen kirchliches Recht vom Bischofssitz Porto auf den römischen Bischofssitz gewechselt zu sein. Deshalb sei er niemals legitimer Papst gewesen. Alle seine Amtshandlungen wurden für ungültig erklärt, die Leiche verstümmelt und in den Tiber geworfen. Die „Leichensynode“ rief bei den Zeitgenossen Entsetzen hervor und führte zu einer hochpolitischen Debatte über die rechtmäßige Papsterhebung des Formosus, die unter anderem auch mit Inschriften geführt wurde. Der Vortrag wird den Prozess gegen Formosus und seine Hintergründe darlegen und einordnen.

Exkursion: Bekannter unbekannter Lateran |Treffpunkt: 15:00 Uhr, Obelisk Piazza di San Giovanni in Laterano

Die Exkursion wird freundlicherweise von unserem in Rom als Historikerin und Archäologin lebenden und arbeitenden Mitglied Frau Dr. Andrea Hindrichs (https://www.rom-entdecken.com/de/ihre-stadtfuehrerin) organisiert und geleitet. Sie schreibt:

„Unsere diesjährige Exkursion führt uns – angelehnt an den päpstlichen Jahresvortrag – zu den Ursprüngen des Christentums in Rom. Der Lateran, das Haupt und die Mutter aller Kirchen, war für mehr als 1000 Jahre der Hauptsitz der katholischen Kirche. Bis heute ist es die Bischofskirche von Rom, und zu dem Komplex gehört das älteste Taufhaus Europas sowie ein wichtiges Pilgerziel, die „scala santa“, die Heilige Stiege. Unsere Tour, die voraussichtlich noch einige zusätzliche spezielle Einblicke bieten wird, führt uns an den Ort, wo dereinst Kaiser Konstantin dem Christentum den Weg ebnete, der keine siebzig Jahre später in der Erklärung zur Staatsreligion mündete.“

Bericht Mitgliederversammlung und Exkursion Rom 2024

Am Freitag den 4. Oktober 2024 um 16:30 Uhr eröffnete der Vorsitzende Dr. Eberhard J. Nikitsch im Deutschen Historischen Institut in Rom die jährliche – und auch in diesem Jahr erfreulicherweise wieder sehr gut besuchte – Mitgliederversammlung des Freundeskreises. Wie schon in den letzten beiden Jahren musste der vom Freundeskreis im Anschluss an die Mitgliederversammlung organisierte, wie immer öffentlich ausgerichtete Abendvortrag aus bautechnischen Gründen in den kleinen Vortragsraum der Musikwissenschaftlichen Abteilung ausweichen. Für diejenigen Gäste, die dort keinen Platz mehr gefunden hatten, konnte der Vortrag per „livestream“ in Raum 104 des DHI (und weltweit) verfolgt werden.

Gegen 18:00 Uhr begrüßten Prof. Dr. Alexander Koller (in Vertretung der neuen Direktorin Frau Prof. Dr. Petra Terhoeven) und Herr Nikitsch als Vorsitzender des Freundeskreises die weit über siebzig erschienenen Zuhörenden – darunter die studentischen Teilnehmenden des diesjährigen Romkurses – zum Abendvortrag, der von Prof. Dr. Klaus Hallof (Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften) über das auf den ersten Blick etwas mysteriöse Thema „Humboldt in Rom und ein Kranz in Tegel“ gehalten wurde. Von der Wiesbadener Kabarettistin Corinna Freudig (https://www.corinna-freudig.de) mit einer geistreich gereimten Hommage an das ehemalige Humboldt-Schloß Tegel und seine Bewohner eingeleitet, entzündete der Referent um die Person Wilhelm von Humboldts (1767–1835) und seiner Familie ein wahres Feuerwerk an biographischen Begebenheiten, zeithistorischen Bezügen und Wissenschaftsgeschichte des 19. Jahrhunderts, das die Zuhörer in seinen Bann zog und keine Sekunde langweilte. Den Spuren Humboldts und seiner Familie in Berlin und Rom in den Jahren 1802–1808 folgend, entfaltete er u. a. am Beispiel des mit einer griechischen Inschrift versehenen Marmorkranzes, den Humboldt auf seinem Berliner Schreibtisch liegen hatte, die Verdienste Humboldts um die großen Editionsunternehmen der damaligen Preußischen Akademie der Wissenschaften, auch um das Editionsunternehmen „Inscriptiones Graecae, als deren wissenschaftlicher Leiter Herr Hallof jahrzehntelang fungierte. Der Vortrag löste einen ausgesprochen langen und intensiven Beifall aus. Ein reichhaltiges Buffet im Foyer des Instituts bildete den angemessenen Abschluss dieses noch lange nachwirkenden Abends.

Am nächsten Tag traf sich der Freundeskreis samt einigen Gästen bei zunächst ungewohnt regnerischem Wetter (und zudem etwas behindert durch eine unangekündigte Demonstration) bei dennoch bester Stimmung in Sichtweite der Cestius-Pyramide zur Führung durch den „Cimitero Acattolico“, den römischen Friedhof für die Nicht-Katholiken. Die Verbindung zum Vortrag vom Vortag ergab sich dadurch, dass dieser außergewöhnliche Friedhof letztlich dem Protestanten und damaligen preußischen Gesandten Wilhelm von Humboldt zu verdanken ist, dem es Anfang des 19. Jahrhunderts durch eine päpstliche Erlaubnis erstmals gestattet wurde, seine beiden in Rom verstorbenen Söhne dort christlich zu begraben. Diese und viele andere Aspekte dieser „wundervollen Ruheinsel“ vermittelte unsere Führerin und Mitglied Dr. Andrea Hindrichs (https://www.rom-entdecken.com/de/ihre-stadtfuehrerin) in gewohnter Souveränität und mit kenntnisreicher Liebe zum archäologischen, kunsthistorischen und historischen Detail. Zudem bietet das quirlige Stadtviertel Testaccio (der antike Scherbenhügel Roms) nicht nur den Acattolico, sondern auch die ganz realen antiken Scherbenreste der Amphoren, sozialen Wohnungsbau des 19. Jahrhunderts (auf italienische Weise) sowie moderne Kunst in Form von Street-Art. Dass neben allem anderen auch das Kulinarische nicht zu kurz kommt, davon konnten sich die Teilnehmenden beim obligatorischen aperitivo überzeugen, der als Grundlage zu einem stimmungsvollen Abendessen in einer kleinen Osteria diente.

Kurzer Bericht über das außerplanmäßige Treffen des Freundeskreises in Mainz am 10. August 2024

Im Anschluss an die nicht-öffentliche Vorstandssitzung trafen sich weit über 20 Mitglieder des Freundeskreises (die zudem einige sehr interessierte Freunde mitgebracht hatten) um 16 Uhr vor St. Johannis, dem „Alten“ Mainzer Dom. Das von unserem Mitglied Prof. Dr. Christof Dipper (der leider aus persönlichen Gründen kurzfristig seine Teilnahme absagen musste) angeregte Treffen sollte auch dazu dienen, den Mitgliedern, die aus unterschiedlichen Gründen keine Romfahrt unternehmen können, eine Teilhabe am Vereinsgeschehen und an den sich daraus ergebenden Kontakten zu ermöglichen. Der Vorsitzende konnte mit Martin Plum und Wolfgang Weber zwei neue Mitglieder begrüßen und mit Matthias Giger ein aus der Schweiz angereistes Mitglied.

Dr. Guido Faccani, der seit 2016 die wissenschaftliche Leitung der seit 2013 laufenden archäologischen Ausgrabungen in St. Johannis inne hat, gab den Teilnehmern zunächst außen vor der Kirche einen ersten Einblick in die wechselvolle Geschichte dieses so unscheinbar wirkenden Bauwerks, dessen Ursprünge tatsächlich bis in die Römerzeit hinab reichen. Im Inneren der Kirche führte Dr. Faccani an gesicherten Befunden die komplizierte Abfolge der unterschiedlichen mittelalterlichen Bauschichten vor Augen, die die heutige Evangelische Kirche St. Johannis als die erste und älteste Bischofskirche von Mainz mit dem Patrozinium St. Martin ausweisen, und damit als Vorgängerbau des heutigen Mainzer Doms. Seine mit großem Engagement vorgetragenen, mit zahlreichen persönlichen Erlebnissen versehenen Schilderungen gaben den Teilnehmern einen guten Eindruck von den nicht immer konfliktfrei verlaufenden archäologischen Arbeiten. Ein besonderer Höhepunkt der Grabungsarbeiten war natürlich die medienwirksame Öffnung des bis dahin unversehrt gebliebenen Sarkophags des Mainzer Erzbischofs Erkanbald im Juni 2019, die damals europaweit für große Aufmerksamkeit sorgte.

Dieser spektakuläre Ausflug in die Mainzer Vergangenheit fand seinen würdigen Abschluss in einem direkt am Rhein gelegenen Biergarten, der auf angenehmste Weise die von den Mitgliedern gern ergriffene Möglichkeit zum näheren Kennenlernen und zu weiteren Gesprächen bot.

Mitgliederversammlung und Exkursion 2022

Am Freitag den 7. Oktober um 16.00 Uhr eröffnete der Vorsitzende Dr. Eberhard J. Nikitsch die jährliche Mitgliederversammlung des Freundeskreises des Deutschen Historischen Instituts (DHI), die in diesem Jahr aus gegebenem Anlass (s. u.) in der Bibliothek des Päpstlichen Instituts S. Maria dell’Anima stattfand.

Gegen 18.00 Uhr begann die feierliche Messe zu Ehren der hl. Hildegard in der bis auf den letzten Platz gefüllten Kirche der Anima mit dem beeindruckenden Einzug der zelebrierenden Priester. Darunter befanden sich nicht nur nahezu alle Mitglieder des Priesterkollegs der Anima mit ihrem Rektor Dr. Michael Max, sondern auch DDDr. Michael Weninger, Ehrenvorsitzender der St. Hildegard-Akademie, Dr. Thomas Löhr, Weihbischof von Limburg und als Hauptzelebrant Kardinal Prof. Dr. Walter Kasper, der in seiner Festpredigt das prophetische Vermächtnis der hl. Hildegard würdigte (https://www.vaticannews.va/de/kirche/news/2022-10/kardinal-kasper-hildegard-bild-des-lebendigen-gottes.html?utm_source=newsletter&utm_medium=email&utm_campaign=NewsletterVN-DE). Der ganz besondere Charakter dieser Messe wurde durch die von dem großartigen italienischen Ensemble InUnum (Elena Modena und Ilario Gregoletto) interpretierten, von Hildegard komponierten Lieder geprägt.

Im Anschluss an die Messe fand der vom Freundeskreis organisierte öffentliche Abendvortrag statt, ebenfalls in der Bibliothek des Päpstlichen Instituts S. Maria dell’Anima. Vor über einhundert erschienenen Gästen aus Gesellschaft, Wissenschaft und Kirche, die von Dr. Michael Max, DDDr. Michael Weninger und Dr. Eberhard J. Nikitsch herzlich begrüßt wurden, referierte Sr. Dr. Maura Zátonyi OSB, die Vorsitzende der St. Hildegard-Akademie, über „Die doppelte Bewunderung: Hildegard von Bingen und die Päpste“. Nach einer komprimierten biographischen Skizze zu Hildegards Leben ging sie in dem eigens für diese Veranstaltung verfassten Festvortrag einerseits auf das Verdienst Papst Benedikts XVI. hinsichtlich der Heiligsprechung Hildegards vor zehn Jahren ein, andererseits illustrierte sie auf der Grundlage der handschriftlichen Überlieferung der Papstbriefe das Verhältnis Hildegards zu den mittelalterlichen Päpsten. Als Grundlage ihrer Ausführungen dienten erste Ergebnisse ihrer Forschungen aus dem von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten Projekt „Buch der Briefe der Hildegard von Bingen. Genese – Struktur – Komposition“. Der Vortrag wird demnächst in der Zeitschrift Studien und Mitteilungen zur Geschichte des Benediktinerordens und seiner Zweige veröffentlicht. Die von Sr. Maura mit großem Engagement vorgetragenen neuen Erkenntnisse zu Hildegard lösten langanhaltenden Beifall aus und die Referentin konnte sich bei dem anschließenden, vom DHI und der Anima ausgerichteten Empfang in der Bibliothek über großes Interesse und zahlreiche Fragen freuen.

Am nächsten Tag fanden sich bei gewohnt strahlendem römischen Spätsommerwetter die Mitglieder des Freundeskreises gemeinsam mit zahlreichen Gästen aus der St. Hildegard-Akademie zur diesjährigen Exkursion ein, die zur Basilika San Paolo fuori le mura und dem Trappistenkloster Tre Fontane führte (s. u.). Da sich dazu weit über 30 Teilnehmer:innen angemeldet hatten stand diesmal ausnahmsweise ein Reisebus zur Verfügung, der den Transport bedeutend erleichterte. Organsiert und souverän geleitet wurde der Ausflug wie gewohnt von unserem Mitglied Dr. Andrea Hindrichs, die – gerade angesichts der zahlreichen geistlichen Teilnehmer – besonderen Wert auf die sorgfältig recherchierten religionsgeschichtlichen Hintergründe beider Standorte legte. Während die Pauls-Basilika Glanz und Macht der römisch-katholischen Kirche repräsentiert, vermittelt das abseits gelegene schlichte Trappistenkloster Tre Fontane eine ursprüngliche Spiritualität, die die Teilnehmer:innen beim Besuch der von vier Nonnen und sechs Mönchen gehaltenen Vesper spüren konnten.

Die Exkursion fand ihren gebührenden Ausklang beim gemeinsamen Abendessen in der Trattoria Fattoincasa, die zur Freude der Teilnehmer:innen ausschließlich hausgemachte römischen Spezialitäten bereit hielt. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass wir im Jahr 2022 ein außerordentliches Programm an besonderen Orten geboten haben, das der guten und vertrauensvollen Zusammenarbeit des Freundeskreises mit drei Institutionen zu verdanken ist: dem Deutschen Historischen Institut in Rom, dem päpstlichen Institut S. Maria dell’Anima und der St. Hildegard-Akademie Eibingen.

Mitgliederversammlung 2018, Abendvortrag und Exkursion

Heute schon mal ein Ausblick auf das offizielle Programm unserer Mitgliederversammlung 2018 in Rom:

  • Freitag: 5. Oktober, 16.30 Uhr: MiFlyer Vortrag 2018tgliederversammlung im DHI in Rom.
  • Freitag, 5. Oktober, 18.00 Uhr: Wie bereits angekündigt, lädt der Verein der Freunde des DHI in Rom e.V. zum öffentlichen Abendvortrag von Herrn Prof. Dr. Wolfgang Haubrichs (Universität des Saarlandes) ein. Der Titel des Vortrags lautet: „Zwischen Alpen und Appenninen – Langobardische Sprache und Kultur in Italien und ihr Erbe in Geschichte und Gegenwart“. Prof. Haubrichs ist einer unserer besten und wortgewaltigsten Sprachwissenschaftler des Mittelalters. Wo? Ebenfalls im DHI in Rom.
  • Samstag, 6. Oktober. Die Exkursion führt uns mit der Eisenbahn  nach Frascati zur Villa Falconieri, die vor dem Ersten Weltkrieg nicht nur als zeitweiliger Sommersitz der Direktoren des Historischen Instituts diente, sondern zuvor auch Wohnsitz des Schriftstellers Richard Voß war, der die Villa in einem 1928 verfilmten  Roman verewigte:“ Villa Falconieri. Die Geschichte einer Leidenschaft“. Dass wir Frascati nicht ohne eingehende Verkostung des 2018_Ausflug_VillaFalconierigleichnamigen (heute zu Unrecht geschmähten?) Weines verlassen werden, versteht sich von selbst…

Die offizielle Einladung mit der Tagesordnung der Mitgliederversammlung geht allen Mitgliedern wie gewohnt ca. vier Wochen vor dem Termin zu.

Datenschutz / DSGVO

Liebe Mitglieder, sehr geehrte Damen und Herren,

Datenschutz und Transparenz ist uns wichtig. Ab dem 25. Mai 2018 gilt EU-weit die Datenschutzgrundverordnung (DSGVO). Was bedeutet das für Sie als Mitglied? Zunächst können wir Ihnen versichern, dass wir Ihre Daten selbstverständlich weiterhin mit höchster Sorgfalt und Verantwortung behandeln. Wir nehmen die Einführung der DSGVO zum Anlass, Sie in einer neuen Rubrik Datenschutz auf unserer Website im Detail zu informieren.

Bericht Mitgliederversammlung 2017

Bei herrlichem Wetter trafen sich am Morgen des 6. Oktober gut 20 Mitglieder des Freundeskreises an der Piazza SS. Apostoli zur privat geführten Besichtigung des unter Oddo di Colonna (ab 1431 als Papst Martin V.) begonnen Palazzo Colonna, der bis heute von der Familie bewohnt wird. Die Führung übernahm freundlicherweise Dr. Andreas Rehberg (DHI Rom), der mit der Familie Colonna gut bekannt ist und durch seine zahlreichen Arbeiten zu römischen Adelsfamilien als einer der besten Kenner dieser Materie gilt. Die eingehende Besichtigung der elf prächtig ausgestatteten Säle der bis in die jüngste Vergangenheit meist im Sommer genutzten „Appartamenti della principessa Isabelle“ verband Dr. Rehberg mit ausführlichen Erläuterungen zu deren prächtiger Ausstattung und mit kleinen spannenden Geschichte zu bemerkenswerten Ereignissen im Leben der für Rom so bedeutenden Adelsfamilie. Den Höhepunkt des Rundgangs bildete die Galleria Colonna, der von Bernini in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts erbaute zentrale Gebäudeteil des Palazzo, der zu einem der großartigsten Innenräume Roms zählt und im Lauf der Zeit mit zahlreichen bedeutenden Gemälden und Fresken ausgestattet wurde.

Nach einer längeren Mittagspause eröffnete der erste Vorsitzende Dr. Eberhard J. Nikitsch kurz nach 16 Uhr die gut besuchte Mitgliederversammlung des Freundeskreises, die wie gewohnt im Deutschen Historischen Institut stattfand. Am Abend begrüßte der Direktor des Instituts Prof. Dr. Martin Baumeister die Mitglieder und die zahlreich erschienenen Gäste zum öffentlichen, vom Freundeskreis organisierten Abendvortrag im DHI, der in diesem Jahr von Prof. Dr. Sible de Blaauw (Radboud-Universiteit Nijmwegen) gehalten wurde. Seine lebhaft und außerordentlich spannend vorgetragenen, mit neuen Forschungsergebnissen versehenen Ausführungen über „Johannes vor der Lateinischen Pforte – Eine römische Kirche und der Apostelkult zwischen Byzanz und Rom“ fanden großen Anklang und führten zu interessanten Diskussionen im Plenum, die dann sowohl beim anschließenden Empfang im Foyer als auch beim gemeinsamen Abendessen mit dem Referenten fortgeführt werden konnten.

 

Mitgliederversammlung 2017 und Exkursion

Die Vorfreude steigt! Hier ist das offizielle Programm unserer Mitgliederversammlung 2017 in Rom:

  • Freitag 6. Oktober 10 Uhr: Besichtigung des Palazzo Colonna (Piazza SS. Apostoli) in Rom. Wir erhalten die seltene Gelegenheit, einige Räume des Palazzo Colonna privat zu besichtigen, insbesondere die Gemächer der Principessa Isabelle, sowie die berühmte Gemäldegalerie (Galleria Colonna). Die Führung wird Dr. Rehberg (DHI Rom) persönlich übernehmen. Die Teilnahme an dieser Veranstaltung ist – nach erfolgter Anmeldung – den Mitgliedern des Freundeskreises vorbehalten.
  • Freitag 6. Oktober 16 Uhr: Mitgliederversammlung im Deutschen Historischen Institut.
  • Freitag 6. Oktober 18 Uhr: Öffentlicher Abendvortrag im DHI, wie gewohnt organisiert von unserem Freundeskreis; es spricht Prof. Dr. Sible de Blaauw (Universität Nijmegen, Niederlande) zum Thema Rom und Byzanz.

Die offizielle Einladung mit der Tagesordung der Mitgliederversammlung geht allen Mitgliedern wie gewohnt ca. vier Wochen vor dem Termin zu.

Mitgliederversammlung 2016

2016_MV_Hertziana1

Trotz heftigen Regenwetters trafen sich am Morgen des 7. Oktober weit über 20 Mitglieder des Freundeskreises vor dem Portal der Bibliotheca Hertziana, um an dem Rundgang durch den Ende des 16. Jahrhunderts erbauten Palazzo Zuccari und den 1881 umgebauten Palazzo Stroganoff teilzunehmen, die den Kern der heutigen Bibliotheca bilden. Mit großer Kenntnis brachte uns Frau Dr. Susanne Kubersky-Piredda, Kunsthistorikerin und Senior Scholar an der Hertziana, nicht nur die ungewöhnliche Geschichte der beiden Palazzi und der späteren, durch die Mäzenin Henriette Hertz gegründete wissenschaftlichen Einrichtung nahe, sondern erläuterte uns mit beeindruckender Detailkenntnis die noch erhaltene originale Ausstattung sowie die hervorragend erhaltenen Fresken. Nachdem wir noch einige Blicke von oben in den erst 2012 fertiggestellten und mit Magazinen und Lesesälen in den Palazzo integrierten Bibliotheksneubau (Architekt Navarro Baldeweg) werfen konnten, endete die Führung auf der obersten Terrasse mit einem herrlichen Blick über Rom. Wegen des ungünstigen Wetters wurde der anschließende Empfang in das Villino Stroganoff verlegt, wobei sich der Vorsitzende bei einem Glas Prosecco nochmals bei Frau Dr. Susanne Kubersky für die Führung und bei Frau Susan Neumann für die Organisation bedankte.

Im Anschluss an die nachmittägliche Mitgliederversammlung im DHI begrüßte Herr Prof. Dr. Martin Baumeister die Mitglieder und die zahlreich erschienenen Gäste zum öffentlichen, vom Freundeskreis organisierten Abendvortrag im DHI, der in diesem Jahr von Prof. Dr. Albrecht Beutel (Universität Münster) gehalten wurde. Seine mit rhetorischer Brillanz vorgetragenen Ausführungen über „Selbstfindung im Süden? Die Reisen der protestantischen Schriftsteller G. E. Lessing (1775) und J. G. Herder (1788/89) ins katholische Italien“ fanden begeisterten Anklang und führten zu zahlreichen Gesprächen, die sowohl beim anschließenden Empfang im Institut als auch beim gemeinsamen Abendessen fortgeführt wurden.